Geschichte

8.10.2026

alexandermatyschik

Geschichte an unserer Schule Woher kommt eigentlich das Sprichwort „etwas im Schilde führen“? Und warum wirken altägyptische Darstellungen auf den ersten Blick so ungewöhnlich, als würden ...

Geschichte an unserer Schule
Woher kommt eigentlich das Sprichwort „etwas im Schilde führen“? Und warum wirken altägyptische Darstellungen auf den ersten Blick so ungewöhnlich, als würden die Menschen beim Gehen ihre Arme abwinkeln? Auf diese und viele weitere Fragen gibt der Geschichtsunterricht Antworten.
Von der 5. Klasse der Sekundarstufe I bis zur Oberstufe eröffnet das Fach Geschichte einen vielseitigen Blick auf die Entwicklung von Menschen, Gesellschaften und politischen Ordnungen. Dabei geht es nicht allein um die Abfolge historischer Ereignisse. Vielmehr fragen wir danach, wie Menschen ihre Zeit geprägt haben, unter welchen Bedingungen sie lebten und wie sich Gesellschaften bis in die Gegenwart verändert haben. Denn so wie jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, verfügen auch Gemeinschaften und Gesellschaften über eine gemeinsame Vergangenheit, die sie durch die Zeit begleitet und bis heute prägt.
Um uns ein möglichst umfassendes Bild vergangener Zeiten zu erschließen, arbeiten wir mit unterschiedlichen historischen Quellen. Dazu gehören Texte, Bilder, Karten, Statistiken, Reden, Zeitzeugenberichte und digitale Medien. Wir untersuchen, aus welcher Zeit und welchem Zusammenhang eine Quelle stammt, welche Perspektive sie vermittelt und wie zuverlässig ihre Aussagen sind. Dabei stellen wir uns auch aktuellen Fragen: Welche Geschichte würde beispielsweise eine künstliche Intelligenz von sich selbst erzählen?
In den unteren Jahrgangsstufen stehen zunächst frühe Kulturen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lernen unter anderem die ägyptische Hochkultur, die griechische Antike und das Römische Reich kennen. Anschließend führt die historische Reise ins Mittelalter. Wir beschäftigen uns mit der mittelalterlichen Gesellschaft, dem Leben in der Stadt und auf dem Land sowie mit den politischen und kulturellen Entwicklungen dieser Zeit. Dabei lässt sich auch die Herkunft des Sprichworts „etwas im Schilde führen“ anschaulich erklären.
Im weiteren Verlauf setzen wir uns mit der Begegnung verschiedener Kulturen, religiösen Konflikten und der Reformation in der frühen Neuzeit auseinander. Dabei arbeiten wir wie Vergangenheitsdetektive: Wir prüfen historische „Fälle“, vergleichen unterschiedliche Darstellungen, entwickeln Erklärungen und begründen unsere Urteile. Auf diese Weise lernen die Schülerinnen und Schüler, Vergangenheit kritisch zu untersuchen und historische Zusammenhänge eigenständig zu verstehen.
Mit zunehmendem Alter richtet sich der Blick auf die Entstehung der modernen Welt. Im Unterricht untersuchen wir die Französische Revolution, die Entwicklung von Freiheits- und Menschenrechten, die Industrialisierung und die soziale Frage sowie Nationalismus und Imperialismus. Auch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts bilden wichtige Schwerpunkte: der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik, der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg sowie die deutsche und europäische Geschichte nach 1945. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der deutschen Teilung, der Entwicklung der beiden deutschen Staaten, der Wiedervereinigung und den Herausforderungen der europäischen Zusammenarbeit.
In der Oberstufe werden historische Fragestellungen zunehmend selbstständig und wissenschaftspropädeutisch bearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit unterschiedlichen Deutungen auseinander, vergleichen Perspektiven und entwickeln eigene, begründete Positionen. Zentrale Themen wie politische Herrschaft, Modernisierung, Nationalstaat, Demokratie, Diktatur, Erinnerungskultur und internationale Beziehungen werden vertieft und in größere historische Zusammenhänge eingeordnet.
Geschichtsunterricht leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung. Wer historische Entwicklungen versteht, kann gegenwärtige Konflikte, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Veränderungen besser einordnen. Geschichte hilft dabei, Zusammenhänge zu erkennen, vorschnelle Urteile zu vermeiden und Verantwortung für die Gestaltung einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft zu übernehmen.